Posted by on 04. Oktober 2016 in bish. Jahresanlässe

swissVR wurde anlässlich der Lancierungsveranstaltung mit Referaten von Franz Steinegger, Milan Prenosil, Prof. Dr. Christoph Lengwiler und Prof. Dr. Peter Böckli erfolgreich initialisiert.

Die Lancierungsveranstaltung von swissVR vom 12. März 2012 in den Räumen der NZZ war mit über 170 Anmeldungen restlos ausgebucht. Nach einer Einführung von Prof. Dr. Dr. Christian Wunderlin, Präsident swissVR, führte Franz Steinegger die Teilnehmer in die speziellen Aspekte der Verwaltungsratstätigkeit bei Grossunternehmen ein. Er plädierte dafür, sich nicht durch die Hektik des Tagesgeschäfts treiben zu lassen, sondern sich Zeit zu nehmen, um Lageanalysen durchzuführen, quasi den „Radar“ auszufahren, strategische Fragestellungen zu identifizieren und diese dann zielorientiert anzugehen.

Milan Prenosil, Mitinhaber und VRP von Sprüngli, hat die Herausforderungen im Familienunternehmen beleuchtet. Sein Fokus lag bei der klaren Aufgabendefinition, da Verwaltungsräte im Mittelstand operativ eingebunden sind. Zudem beleuchtete er die spezielle Situation mit Familienaktionären und dem Management derer Ansprüche.

Prof. Dr. Christoph Lengwiler von der Hochschule Luzern hat sich zur Frage geäussert, wie Mitglieder von Verwaltungsräten das für eine professionelle Mitarbeit nötige Knowhow erwerben und vertiefen können. Nach seiner Meinung sollten Verwaltungsräte den „Radar“ einschalten und laufend relevante Informationen verarbeiten. Wichtig sei es, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch zu nutzen und externe Weiterbildungen für Verwaltungsräte zu besuchen. Durch solche Horizonterweiterungen könnten Betriebsblindheit vermieden und die eigene Erfahrungswelt hinterfragt werden.

Prof. Dr. Peter Böckli hat auf zentrale Gefahrenzonen für Verwaltungsräte hingewiesen. Es sind dies hauptsächlich die Annahme von Mandaten ohne kritische Prüfung der Unternehmung, das mangelnde Verständnis der Finanzberichte, die mangelnde Weiterbildung und die Tatsache, dass der Verwaltungsrat seine Informationen hauptsächlich von der Geschäftsleitung erhält, also genau von jenen Leuten, welche er führen und überwachen muss. Dies bringe eine Abhängigkeit mit sich, derer man sich bewusst zu sein habe.

Im anschliessenden Podiumsgespräch haben die Referenten ausgeführt, wie sich die VR Tätigkeit von früher einfachen, zwei- bis dreistündigen Treffen zu intensiven Arbeitsklausuren mit teilweise mehrtätigen Sitzungen gewandelt hat. Durch einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen und den wandelnden Anspruch an Verwaltungsräte wurde das Podium abgeschlossen und der persönliche Austausch der Teilnehmer ermöglicht.